Wir haben es uns zum Ziel gemacht, die Vorgaben für gewerbliche Pferdetransporte ein Stück weit transparenter zu machen. Der Großteil der Auftraggeber hat erfahrungsgemäß keine großen Erfahrungen mit dem Transport ihrer Pferde durch einen gewerblichen Transporteur. Hier möchten wir etwas Aufklärungsarbeit leisten.

Alle Tiertransporte unterliegen der EU-Verordnung 1/2005 zum Schutz von Tieren beim Transport vom 22. Dezember 2004. Gültig ist diese Verordnung seit 5. Januar 2007.

In dieser Verordnung sind die Anforderungen für die Zulassung von Transportunternehmern, speziell auch für Transportunternehmer die lange Beförderungen durchführen dürfen festgelegt. Welche Tiere als "nicht transportfähig" anzusehen sind, wird ebenso geregelt wie die Anforderungen an die Transportmittel.

Grundsätzlich wird für gewerbliche Transporte in TYP 1- und TYP 2-Transporte unterschieden.

TYP 1-Transporte sind Transporte mit einer Beförderungsdauer bis zu 8 Stunden, TYP 2-Transporte (auch "lange Beförderungen" genannt) sind alle Transporte mit einer Beförderungsdauer über 8 Stunden.

So wie es eine Abgrenzung bei der Beförderungsdauer gibt, gibt es auch klare Vorgaben an die jeweils einzusetzenden Transportmittel.

Die wichtigste Abgrenzung ist, dass es spezielle bauartliche Anforderungen an ein Transportmittel für lange Beförderungen (TYP 2) gibt. Hierzu zählen beispielsweise:

  • helle Dachfarbe & ausreichende Isolation der Außenhaut

  • bewegliche Trennwände um separate Laderäume zu schaffen

  • Lüftungssysteme müssen motorunabhängig über 4 Stunden mindestens 60m³/h/KN Nutzlast gewährleisten

  • Temperaturüberwachungssystem mit Datenschreiber

 

Kein handelsüblicher Pferdeanhänger verfügt über (elektrische) Lüfter und eine Temperaturüberwachung. Daraus ergibt sich, dass der Einsatz eines handelsüblichen Pferdeanhängers für TYP 2-Transporte (lange Beförderungen über 8 Stunden) bei gewerblichen Transporteuren unzulässig ist !!!

 

Neben den Anforderungen des Tierschutzes gibt es für Transportunternehmen natürlich auch Vorgaben und Gesetze die den Straßenverkehr und das Fahrpersonal betreffen. So ist es beispielsweise gesetzlich verpflichtend, dass die Fahrer von Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) über 2.800 kg dem Fahrpersonalgesetz & der Fahrpersonalverordnung, und somit den gesetzlichen Lenk-& Ruhezeiten unterliegen. Das hat zur Folge, dass jeder eingesetzte Fahrer durchschnittlich 9 Stunden Lenkzeit pro Tag haben darf. Zweimal pro Woche darf die tägliche Lenkzeit um eine Stunde, auf 10 Stunden verlängert werden. Bei Transportfahrzeugen mit einem zGG bis zu 3.500 kg sind diese Zeiten täglich vom Fahrer handschriftlich zu belegen, sodass diese bei Kontrollen nachweisbar sind.

Bei Fahrzeugen & Fahrzeuggespannen über 3.500 kg, also auch bei Kombinationen von Zugfahrzeug + Pferdeanhänger (Zugfahrzeug & Anhänger werden in Summe betrachtet) unterliegt der Transportunternehmer dem Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG). Dies bedeutet, dass der Transportunternehmer eine Güterkraftverkehrserlaubnis für ausschließlich nationalen Verkehr, bzw. eine EU-Gemeinschaftslizenz für den europaweiten grenzüberschreitenden Verkehr benötigt. Für die Erteilung der entsprechenden Erlaubnis, bzw. Lizenz sind umfangreiche Vorgaben zu erfüllen. Beispielsweise muss das Zugfahrzeug über einen digitalen Tachografen verfügen, mit welchem die Lenk-& Ruhezeiten, sowie die tägliche Arbeitszeit des Fahrpersonals aufgezeichnet und digital gespeichert wird. Hierfür benötigt jeder eingesetzte Fahrer eine sogenannte Fahrerkarte.

Gespann

Während es kein großer Aufwand ist, handschriftliche Aufzeichnungen zu manipulieren, können die Aufzeichnungen des digitalen Tachografen nicht manipuliert werden, da sämtliche Daten sowohl auf der Fahrerkarte, als auch im Massenspeicher des Tachografen gespeichert werden. Bei Verkehrskontrollen werden beide Speichermedien ausgelesen und die Daten miteinander abgeglichen. Manipulationen würden unmittelbar sichtbar.

Die Aus- bzw. Nachrüstung eines Zugfahrzeuges mit einem digitalen Tachografen kostet zwischen € 1.500 - € 2.500. Für Transporte über 700 - 800 km sind dann natürlich 2 Fahrer pro Fahrzeug notwendig, was zusätzliche Personalkosten bedeutet. Um diese Kosten einzusparen und ihren Gewinn zu maximieren, haben sich  Transporteure illegale Methoden ausgedacht.

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Ein Transporteur hat seine Transporte als private Transporte ausgeben, indem dem Fahrer fingierte Mietverträge für Zugfahrzeug & Anhänger mitgegeben wurden.

Ein Transportunternehmen beispielsweise, hat beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG) den sogenannten Werkverkehr angemeldet. Werkverkehr heißt, dass das Unternehmen ausschließlich eigene Waren mit eigenem Personal befördern darf. Die Güterbeförderung darf in dem Fall jedoch nicht das Kerngeschäft der unternehmerischen Tätigkeit darstellen. Hierdurch unterliegt man nicht der o.a. Erlaubnispflicht für gewerblichen Güterkraftverkehr gemäß GüKG.

All diese illegalen Schliche funktionieren nur solange, wie keine Unfälle passieren, die Aufsichtsbehörden nicht darauf aufmerksam werden und solange die Auftraggeber nichts davon wissen.

Alle legal über 3.500 kg transportierenden Transportunternehmen finden sich in der Transportunternehmerdatei des BAG. Hier geht es zur Transportunternehmerdatei.

 

FAZIT:

BITTE SCHAUT EUCH GENAU AN, WEM IHR EURE LIEBLINGE ANVERTRAUT !!!

LASST EUCH VOR EINER AUFTRAGSERTEILUNG DIE ENTSPRECHENDEN ZULASSUNGEN & LIZENZEN NACHWEISEN !!!

Telefon:  +49 (0) 170 111 23 52

 

Telefonische Erreichbarkeit

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